Texte


Artist Statement

Meine künstlerischen Arbeiten bewegen sich zwischen Installation, Malerei, Grafik und Zeichnung.
Das künstlerische Material ist hierbei der wichtigste Ausgangspunkt. Farbe, Sand, Papier, Holz oder Fundstücke können Künstlermaterial sein und in einer Arbeit aufeinandertreffen.
Die Endlichkeit des Menschen spielt für mich eine entscheidende Rolle. Diese persönliche Bewusstmachung führt für mich zu einer Konzentration, einer Verschärfung in der eigenen Arbeit.


Papierarbeiten

Bei meinen Papierarbeiten verflechte ich unterschiedlichste Techniken aus den Bereichen Zeichnung, Druckgrafik oder Malerei. So treffen beispielsweise fotografische Elemente auf malerische Gesten, Zeichnungen auf Sprühfarbe oder Linolschnitt auf Siebdruckfarbe.
Farbe und Form entspringen einem persönliche Naturerlebnis. Weite Landschaft oder auch die Begegnung mit der Tierwelt sind Ausgangspunkt oder Funke.
Im künstlerischen Arbeitsprozess spielen sowohl Rhythmik und Geste als auch Fläche und Farbe eine Rolle. So entstehen Serien und Einzelblätter, die eine Mischung verschiedener Farbqualitäten aufweisen; ein imaginärer, abstrakter Raum entsteht. Durch Schichtung bleibt der Arbeitsprozess ablesbar.
Ich behandele die Blätter auf Grund der natürlichen Beschaffenheit des Papiers wie Objekte. Kleine Risse oder Fehler gehören zum künstlerischen Prozess und werden provoziert.


Temporäre Installationen und Bewegung

Meine temporären Installationen beziehen oft den Betrachter mit ein, indem sie, wie beim Durchqueren von Landschaft, durchschritten werden können und sollen. Bei diesen Arbeiten steht der Betrachter mitten in der Kunst und wird direkt körperlich mit ihr konfrontiert. Diese Art der Ausstellungserfahrung ist vergleichbar mit einem bewussten Spaziergang.
Der Spaziergänger und der Ausstellungsbesucher können sowohl Landschaft als auch Installation nie von einem Punkt aus in Gänze erfassen. Beide müssen durchlaufen werden, um so durch und in der Bewegung körperlich erfasst und wahrgenommen zu werden. Denn die Umwelt besteht aus vielen kleinen und großen Eindrücken, welche erst durch perspektivische Wechsel zu einem Ganzen, was letztendlich als Bild, Skulptur oder Landschaft wahrgenommen wird, zusammengesetzt werden. Nur durch Bewegung kann ich den Raum erforschen und versuchen das Verhältnis des eigenen Körpers zur Umgebung zu begreifen und einzuordnen, was mir neue Erkenntnisse über mich und die Umwelt ermöglicht.


Das Gehen als künstlerisches Werkzeug

Das Gehen ist mittlerweile ein fester Bestandteil meiner künstlerischen Praxis geworden und gehört zur Arbeit. Durch die Interaktion mit meiner Umgebung, das Durch-die-Landschaft-Wandern sammle ich Impressionen, welche dann durch künstlerische Mittel beispielsweise in abstrakte Zeichnungen, Texte, Fotografie, Collagen oder Installationen übersetzt werden.
Ein prozesshaftes Arbeiten ist mir persönlich wichtig. So habe ich bei Projekten/Werken vorhe ein Konzept mit einem möglichst weit gefassten Themengebiet, wie beispielsweise „Felder“, welches sich dann beim eigentlichen künstlerischen Prozess, also in der Handwerklichen oder beweglichen Arbeit, verdichtet, wodurch sich der konkrete Gegenstand der Werke durch die Auseinandersetzung mit dem Material ergibt. Ich benutzte das Wandern und Gehen als Werkzeug, durch das ich versuche, mich von meiner Umwelt und der Natur durchdringen zu lassen.
Die Verlangsamung, die dem Gehen innewohnt, ermöglicht ein genaues Hinschauen und Wahrnehmen des uns unmittelbar Umgebenden. Beim Gehen versuche ich keine festen Strecken und Wege zu nutzten, sondern mich intuitiv treiben zu lassen. Dies ist wichtig, um eine unvoreingenommene Herangehensweise, ähnlich kindlicher Neugier, zu ermöglich, um Alltägliches immer wieder neu zu entdecken. Beim Gehen mache ich mir Notizen, und halte mir relevante Eindrücke, auch fotographisch, fest. Die tatsächlichen Werke entstehen dann in der Regel mit etwas zeitlichem und räumlichen Abstand in Atelierarbeit. Dadurch findet ein wichtiger Filterprozess der zuvor gesammelten Eindrücke statt.
Im letztendlichen Schaffensprozess versuche ich die gesehenen Dinge zu transformieren, ganz ähnlich der Arbeitsweise klassischer Impressionisten, die sich ebenfalls von Stimmungen oder einem Lichteinfall beeinflussen ließen. Mein Fokus liegt dabei vorwiegend auf ästhetischen Elementen unserer Umwelt wie z.B. Rhythmik und Farbe, Licht und Schatten. Um diese Eindrücke in etwas neues, abstrakteres zu verwandeln bediene ich mich verschiedener Techniken wie der Zeichnung, der Photographie, verschiedener Druckverfahren, auch in Kombination zu Collagen. Beim Durch-die-Landschaft-Wandern interessiert mich nicht nur der ungefilterte Eindruck der natürlichen, sogenannten intakten, ursprüngliche Landschaft, sondern auch das Studium deren Entwicklungen durch städtischen Einfluss zur Agrarlandschaft, was mittlerweile untrennbar mit der unmittelbaren Umwelt verwoben ist.